Unser Gartenblog

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Planen, pflanzen, pflegen, ernten, nutzen

25 Aug 2020

Kartoffelernte Forecast

Heute wollen wir uns dediziert unseren Kartoffeln widmen. Die Kartoffeltürme sind mehr oder weniger am Ende ihres Lebenszyklus und eigentlich reif zur Ernte. Um sie allerdings auch ordentlich zu ernten müssen wir auch dran kommen. Das ist leider nicht gegeben, da wir ja direkt davor nochmal ein paar Reihen gesetzt hatten. Schlecht geplant oder nicht durchdacht, passiert uns nicht nochmal 😉, auch wenn das setzen der Kartoffeln spontan war.

Pflanzzeitraum und Sortenreife

Wir hatten die Kartoffeln ja reichlich spät gesetzt. Unsere Aufzeichnungen gehen auf den 26. April zurück (zu diesem Zeitpunkt gab es diese Seite noch nicht). Auch wollten wir uns mit frühen und späten Sorten auseinandersetzen, um diese ein wenig zu vergleichen. Wir haben uns für die frühe Sorte Rosara und die späte Sorte Odenwälder Blaue entschieden. Erstere wurde mit 90-120 Tagen Reifezeit angegeben, letztere mit 120-150 Tagen. Beide haben wir jeweils in einen eigenen Kartoffelturm gesetzt. Wir haben von jeder Sorte 5kg Knollen zur Verfügung gehabt. Während wir Rosara komplett in einem Turm verteilen konnten, hatten wir von den Odenwälder blauen sage und schreibe 2kg übrig. Die Ursache lag in den unterschiedlichen Größen der Knollen. Innerhalb des Turms wollten wir nicht zu viele konkurrierende Knollen haben, weswegen wir in etwa die selbe Anzahl an Knollen gesetzt haben, allerdings eben kleinere.

Unsere “Kartoffelecken”

1kg Kartoffeln in kleinen Knollen sollte man nicht unterschätzen, wenn man plant diese mit genügend Abstand zu setzen. Als erstes hatten wir ja wie eingangs erwähnt ein paar Reihen direkt vor den Türmen gesetzt. Hintergrund war die Tatsache, dass die Sprenkler diese Stelle theoretisch erreichen sollten. Im Nachgang würde ich das jetzt aus mehreren Gründen anders handhaben. Hierzu meine Gedankengänge:

  • Es sind auch andere Pflanzen in der Nähe wie z.B. Wühlmausanlockendes Topinambur. Je weiter weg, desto weniger Probleme mit konkurrierenden Pflanzen um Wasser, Nährstoffe, Licht und Schädlingen.
  • Ein Kartoffelturm (oder Kübel grundsätzlich) muss immer extra gegossen werden. Bei Regen werden die Blätter das Wasser immer ableiten, sodass nur sehr wenig Wasser an das Wurzelwerk gelangt.
  • Reihen und Turm müssen aufgrund der unterschiedlichen Vorraussetzungen nicht in der Nähe zueinander stehen
  • Der Turm sollte ringsrum frei sein, damit später auch das ernten möglich ist.

Das andere Kilo habe ich an zwei anderen Stellen gesetzt, die frei waren. Zum einen auf einer eher schattigeren Stelle, wo die Erde mehr Feuchtigkeit hält -schätzungsweise 70cm x 100cm, das andere an einer sehr sonnigen Stelle, die eher dazu neigt auszutrocknen. Diese war auf 80cm x 180cm in zwei Reihen ausgelegt.

Erste ernte

Da die Türme anscheinend irgendwie gleichzeitig fertig geworden sind, wir aber trotzdem nicht in der Lage sind sie abzuernten, hat es mich in den Fingern gejuckt und ich bin die anderen beiden Stellen angegangen. Zum Glück musste ich nicht viel plündern, da sie auch ihren Zenit überschritten hatten, aber eine oder zwei Wochen mehr wären auch noch drin gewesen. Auf beiden Flächen konnten wir eine Ernte von 4kg und ein bisschen mehr erzielen. Ausgehend von 1kg ist das eigentlich nicht so viel. Da wir aber alles spontan eingesetzt haben ohne irgendwelche Hornspanzugaben oder dergleichen denke ich, dass das ganz in Ordnung ist. Optimieren kann man das ganz bestimmt!

Unser Forecast

Ich habe von einer Aussage gelesen, dass aus einer einzigen Kartoffel bis zu 30 Stück werden können. Das finden wir aber reichlich unrealistisch. Gemessen an dem was wir bisher geerntet haben rechnen wir also mit einer Vervierfachung. Da die Kartoffeltürme mit frischer Erde und reichlich Hornspäne angesetzt wurden hoffen wir hier auch auf eine Vervierfachung oder mehr. Da wir mit 10kg Kartoffeln an den Start gegangen sind also auf insgesamt auf 40 bis 50kg. Wir sind uns recht sicher, dass er unter diesen Umständen auf alle Fälle 30 kg werden. Vier sind es ja schon 😉

Sonstige Beobachtungen:

  • Der Ingwer zeigt sich mittlerweile sehr schön, wir haben schon die erste tolle Knolle geerntert (aus Versehen, ist uns bei der Kartoffelernte passiert), die restlichen Knollen bleiben aber noch in der Erde
  • Die Auberginen 🍆, mittlerweile kann man drei erkennen, sind zwar noch klein, wachsen aber. Mal schauen wir groß sie noch werden, das kommt wohl ganz auf das Wetter in den nächsten Wochen an
  • Die Fleischtomaten 🍅 sind nach wie vor nicht wirklich nutzbar, sie haben Risse in die sich Insekten setzen, das Foto unten zeigt die einzigen, von denen man vielleicht noch etwas erwarten kann. Nächstes Jahr werden wir diese Tomaten auf jeden Fall nicht mehr anbauen
  • Die Paprika werden langsam schön rot und können bald geerntet werden
  • Wir haben heute noch die restlichen Zwiebeln 🧅 aus dem Boden gezogen, bei diesen war fast aussnahmslos schon das Grün abgefallen und sie waren genau richtig zum ernten. Allerdings sind viele davon nach wie vor recht klein, demnach bleiben wir dabei, dass die Zwiebeln auf jeden Fall nur etwas bringen, wenn sie entsprechend früh gepflanzt werden
  • Heute haben wir auch den ersten Kürbis geerntet, drei weitere lassen wir noch ein wenig weiter reifen. Wir sind sehr gespannt wie der Überaschungs-Kürbis am Ende dann tatsächlich schmeckt 😋
  • Die Karotten 🥕 scheinen nicht mehr wirklich was zu werden. Beim Unkraut ziehen haben wir auch die ein oder andere Karotte mit gezogen und wie man sieht sieht man im Grunde nicht, die Möhren sind einfach super klein und im Grunde nicht zu gebrauchen. Wir lassen sie im Boden, vielleicht wird es noch etwas, wir haben allerdings unsere Zweifel…
  • Die Gurke 🥒 im Gewächshaus hat sich scheinbar vom Mehltau wieder gut erholt. Es erscheinen zwar immer wieder befallene Blätter, die wir dann radikal runterschneiden, das scheint den Früchten aber nicht zu schaden. Man sieht eine fast fertige und wir gehen davon aus, dass das nicht die letzte Gurke bleibt die wir dieses Jahr noch ernten können