Kartoffelernte
Nachdem wir schon gespannt darauf gewartet haben sind heute endlich die ganzen Kartoffeln in den Türmen dran. Um die Türme abernten zu können müssen wir natürlich erst mal das Beet davor leer machen. Im Anschluss kommen dann die Türme dran. Besonders spannend der direkte Vergleich zwischen Beet und Türmen 😉
Das Kartoffelbeet
Zuerst haben wir mit dem Beet vor den Türmen angefangen, damit wir überhaupt die Möglichkeit haben an die Türme ran zu kommen. Mithilfe eines Spatens hat David die Erde gelockert und die Knollen von unten hochgeholt. Im Boden hatten wir ja nur die Odenwälder Blaue, einen Vergleich bei den Rosara haben wir leider nicht, diese haben wir ausschließlich im Turm eingepflanzt. Wir konnten einige mittelgroße und kleinere Knollen ernten, es sind leider wenige große Knollen dabei. Insgesamt haben wir 3030 g Odenwälder Blaue aus dem Boden holen können. Eingepflanzt hatten wir 1kg, sprich wir haben die Menge der Kartoffel hier etwa verdreifacht, hatten an dieser Stelle allerdings ähnlich wie an den anderen Stellen mit etwa 4-5kg gerechnet.
Der “Rosara” Turm
Nach dem Beet haben wir uns über den ersten Turm her gemacht, was allerdings anfangs gar nicht so einfach war, da wir erstmal eine Idee haben mussten, wie wir sinnvoll die Kartoffel aus der Erde holen können. Im Endeffekt haben wir nach und nach die Erde abgetragen und die Kartoffeln dabei aus der Erde geholt und gesammelt. Die Rosara sind insgesamt von den Knollen etwas größer geraten, allerdings waren sie immer noch recht klein und auch hier ließ der Ertrag zu wünschen ürbig. Aus 5 kg Pflanzkartoffeln haben wir gerade mal eine Ernte von 8105 g erzielt, was ja noch nicht mal einer Verdoppelung entspricht. Die Kartoffeln sahen zwar etwas schöner aus, da insgesamt etwas größer, der Ertrag steht aber leider gar nicht im Verhältnis zu Aufwand und Kosten.
Der “Odenwälder Blaue” Turm
Zuletzt haben wir uns um den Turm mit den Odenwälder Blauen gekümmert. Hier muss man leider sagen, dass dieser ein mehr als enttäuschendes Ergebnis eingebracht hat. Wit haben fast ausschließlich extrem kleine Knollen aus dem Turm geholt und kommen bei 3 kg Pflanzkartoffeln nun gerade mal auf einen Output von 2125 g, demnach haben wir hier sogar fast einen Drittel verloren! Zugegeben, wir haben den Turm nicht komplett abgeerntet, aber wir sind uns sicher, dass wir keine 200g mehr geerntet hätten und haben uns das gespart. Leider ist es auch noch so, dass der Großteil dieser Kartoffeln nicht universell verwendbar sind, da sie wirklich klein und somit auch schlecht zu verarbeiten sind.
Summa summarum
| Standort | Menge | Sorte | Ertrag |
|---|---|---|---|
| Verteilt auf den Beeten | 1kg | Odenwälder Blaue | 4kg |
| Vor den Türmen | 1kg | Odenwälder Blaue | 3kg |
| Kartoffelturm | 3kg | Odenwälder Blaue | 2,1kg |
| Kartoffelturm | 5kg | Rosara | 8,1kg |
| Summe | 10kg | – | 17,2kg |
Schlussfolgerung fürs nächste Jahr
Wie man feststellt war der Ertrag aus den Türmen leider sehr enttäuschend und vollkommen anders als erwartet. In der gleichen Form macht es keinen Sinn für das nächste Jahr. Wir haben dazu viel zu hohe Kosten für das Material (Hasendraht, Erde, Stroh, Pflanzkartoffeln), als dass sich das Ganze kostentechnisch deckt. Das war uns zwar klar, aber der Umfang hat uns schon aus den Socken gehauen. Es gilt alles stark zu optimieren. Wir gehen davon aus, dass der Wassermangel der Hauptgrund für den schlechten Ertrag ist, da im Turm schlecht Wasser gespeichtert werden kann und das Wasser auch nur bedingt überall hingekommen ist. Je tiefer wir in die Schichten rein sind, desto kleiner wurden die Kartoffeln. Wir haben insgesamt zu wenig gegossen und das Regenwasser reicht hier nicht aus, weil es vom Blattwerk abgeleitet wird. Durch ein gelöchertes und mit Steinen gefülltes Rohr in der Mitte des Turms wollen wir Wasser in den Turm leiten um so eine Wasserversorgung in alle Schichten sicherzustellen. Auch werden wir kein Stroh mehr verwenden. Wir haben Futterstroh gekauft welches sehr teuer ist. Es war auch noch voller Samen, die gekeimt sind und aus den Türmen gejähtet werden mussten. Wir planen die äußeren Ränder stattdessen mit Zeitungspapier auszulegen, damit die Erde nicht ausgeschwemmt wird, das sollte ebenso gut, wenn nicht sogar etwas einfacher funktionieren. Wir haben keinerlei Bedenken, dass die Kartoffeltriebe auch hier ihren Weg ans Licht finden werden. Die Erde können wir teilweise aus diesem Jahr wieder verwenden, diese ist gut mit Hornspäne angereichert und sollte eine gute Basis für die Kartoffeln bieten, weitere Kompostgaben natürlich vorausgesetzt. Die Türme würden wir außerdem an einer mittigeren Stelle auf der Obstwiese platzieren, damit sie mehr Sonne erhalten, aber noch so nah, dass wir mit dem Bewässern einfach dran kommen. Eine Bewässerung von oben haben wir gelernt, taugt nichts. Schlussendlich werden wir uns auch noch mal nach anderen Kartoffelsorten umschauen, vor allem die Odenwälder Blaue hat insgesamt für unsere Vorstellungen viel zu kleine Knollen entwickelt. Geschmacklich sind sie aber wirklich schön, insbesondere die Schale ist sehr schön zu essen, weil sie nicht so dünn ist und viel Struktur hat. Insgesamt werden wir den Türmen also wohl doch noch mal eine Chance geben, vielleicht funktionert es unter den optimierten Bedingungen etwas besser, wobei der vertikale Anbau meiner Meinung nach gegen den normalen Anbau im Beet nicht ankommen wird. Er bietet aber eine gute Alternative, wenn man in einem kleineren Garten den Platz sparen möchte. Hervorzuheben ist an dieser Stelle auch, dass der Draht sich bisher kaum abgenutzt hat und weiterhin wie neu wirkt.
